Montag, 25. Juli 2011

Doping legalisiert?!

Hallo Leute,

ich denke mal, da jetzt der positiv getestete Olympiasieger Cesar Cielo doch bei der WM starten darf und somit Doping offiziell legalisiert worden ist, wird es sicher einen sehr großen Schatten auf die Sportart werfen, der ich mein Leben gewidmet habe.

Noch einmal kurz im Überblick: Cesar Cielo wird positiv auf das Verschleierungsmittel Furesemide getestet. Der brasilianische Verband nimmt ihn sofort in Schutz und spricht nur eine Verwarnung aus, die einem Klaps auf die Finger gleicht. Auf Druck der Öffentlichkeit entscheidet kurze Zeit später die Fina, die sich überhaupt nicht einmischen wollte, dass der Fall Cielo vor den Obersten Sportgerichtshof kommt. Angeblich könne die Fina als Weltverband keine Entscheidungen treffen…

Dreimal dürft ihr raten, was der Sportgerichtshof entschieden hat. Wie zu erwarten war, tritt das vermeintliche Opfer eines kontaminiertenNahrungsergänzungsmittel bei der WM in Shanghai an und hat schon heute seinen erstes Finale über 50 Schmetterling gewonnen.

Wenn schon nichts von offizieller Seite ausgeht, könnten natürlich auch die anderen Schwimmer etwas unternehmen. Natürlich wäre es ein enorm großes Opfer, aber die Athleten könnten die Wettkämpfe, in denen auch Cielo startet, einfach boykottieren. Warum sollte man gegen jemanden schwimmen, der sich nicht an die Regeln hält?

Das war jetzt nur ein Vorschlag, aber ich kann mir vorstellen, dass so etwas auch früher oder später einmal passieren wird.

Was mich und die Schwimmerkreise aus der Ruhe bringt, ist der laxe Umgang von Verbandsseite, aber auch von den Medien aus mit Superstars, die positiv getestet werden. Ich finde es schade, dass keiner sich die Mühe macht und ordentlich nachhakt und die betroffenen Leute in Bedrängnis bringt. Skrupellose Betrüger gehören einfach aus dem Sport verbannt! Es gibt so viele Talente, die niemals in Erscheinung treten können weil es immer wieder „Sportler“ gibt, die sich auf künstliche Art und Weise zu helfen wissen.

Aber genug jetzt von dem dunklen Thema, das aber meiner Meinung nach viel öfter angesprochen werden muss.

Mit dem Beginn der Beckenwettkämpfe ist das Freiwasserschwimmen in Shanghai zu Ende gegangen. Ich darf stolz sagen, dass meine Vereinskameradin Angela Maurer, mit der ich zusammen 2009 zum SV Undine Mainz 08 gewechselt bin, wahrscheinlich die erste deutsche Sportlerin überhaupt war, die sich für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert hat. Einfach Wahnsinn! Auch meine Freunde Thomas Lurz und Andreas Waschburger haben die Olympia-Quali über 10 Kilometer am nächsten Tag geschafft. Ich freue mich für alle drei und ziehe meinen Hut vor den super Leistungen.

Meine Woche in Saarbrücken war einfach toll. Ich habe bei meinem Freund Lucien Haßdenteufel gewohnt und bin froh, dass wir endlich wieder ein bisschen Zeit zusammen verbringen konnten. Zufälligerweise fand in Saarbrücken auch ein kleines Vorbereitungstrainingslager für die Universiade-Schwimmer statt. Es war umso erfreulicher, dass ich auch mit diesen Schwimmern gut befreundet bin und wir neben dem Training ein wenig Zeit gefunden haben, die wir gemeinsam verbringen konnten.

Zum Glück sieht das Wetter vom Montag besser aus als das Wetter der letzten sieben Tage zusammen. Ich hoffe, dass es auch so bleibt und meine Ferien umso schöner werden.

Einen wunderschönen Sommertag

Euer Dima


An alle Mädels und Jungs die einen Boykott zu krass fänden aber was unternehmen wollen. Dann holt euch einfach ein paar Anregungen von Anna Battke vom USC Mainz.

Montag, 18. Juli 2011

Seit drei Tagen Muskelkater

Eine Woche Auszeit vom Schwimmsport – und ich fühle mich wunderbar. Die vergangene Woche verbrachte ich komplett in Mainz und hatte dabei eine schöne Zeit. Ich war mit Freunden am Rhein, grillen, wakeboarden und einfach entspannen.

Es ist schön, wenn man all das machen kann, was im Alltag oft dem Training oder der Regeneration zum Opfer fallen würde. So laufe ich zum Beispiel schon seit drei Tagen mit sehr starkem Muskelkater herum, da ich anfangs erst noch im Fitnesstudio und am nächsten Tag direkt Wakeboard fahren war. Aber es macht mir nicht viel aus, da alles wieder vorbeigeht, und außerdem fühlt sich das auch so an, als ob man die Form nicht so schnell verlieren würde.

Mittlerweile hat die WM in Shanghai schon angefangen, und soweit ich weiß, haben die Deutschen schon mindestens eine Silbermedaille beim Turmspringen gewonnen. Ich hoffe, dass es nur der Anfang eines erfolgreichen Jahreshöhenpunktes ist und dass die anderen Sportarten, vor allen Dingen natürlich die Schwimmer, noch in paar Medaillen für Deutschland gewinnen können. Diese Woche geht’s schon mit dem Schwimmen los, und ich wünsche der Deutschen Nationalmannschaft und ganz besonders meinen Freunden aus aller Welt ganz viel Glück bei ihren Rennen.

Auch ich habe natürlich am Sonntag das Finale der Frauen-Fußball-WM angeschaut und muss sagen, dass es echt spannend und sehr packend war. Hut ab vor dem unaufhörlichem Willen der Japanerinnen, den Weltmeistertitel zum ersten Mal zu gewinnen und der Nervenstärke, die sie unter Beweis gestellt haben. Sehr schade ist es aus der Sicht der US-Damen gelaufen, da sie meines Erachtens eigentlich ein besseres Spiel gemacht haben. Natürlich ist es im Anschluss für die Torfrau Hope Solo sehr schwer, die ersten drei verschossenen Elfmeter wiedergutzumachen.

Heute begebe ich mich nach Saarbrücken, wo ich von einem meiner besten Freunde erwartet werde. Es ist schon fast Tradition, denn seit 2007 komme ich jedes Jahr im Sommer für ungefähr eine Woche zu ihm, und wir verbringen immer eine tolle Zeit. Ich freue mich sehr darauf, all meine Freunde aus Saarbrücken wiederzusehen und mit denen Spaß zu haben.

Eine schöne neue Woche wünsche ich auch euch allen.

Und an alle Schwimmfreunde: Viel Spaß bei den Wettkämpfen und dem Mitfiebern vor dem Fernseher.

Dima

Montag, 11. Juli 2011

Wohlverdienter Urlaub

Hallo,

ich hatte mich dafür entschieden, die vorige Woche nicht in Würzburg, sondern in Mainz zu trainieren. Da sowieso tapern angesagt war und ich nur einmal am Tag für eine Stunde Training hatte, war es für mich keine große Sache, im Freibad alleine ein bisschen zu schwimmen. Zwischenzeitlich konnte ich auch viel Zeit mit meinen Freunden verbringen. So weit ich mich erinnere, hat auch das Wetter meistens mitgespielt, weshalb ich auch ein bisschen braun geworden bin J und auch einige Freizeit am Rhein verbracht habe.

Freitags trat ich dann auch schon die Reise nach Luxemburg an. Ich hatte mich für meine beiden Kraulhauptstrecken 100 und 200 Meter melden lassen. Da es meine letzter Wettkampf für diese Saison seien sollte, rasierte ich mich auch am Freitag, um gut vorbereitet auf meinen ersten Start, die 200 Kraul, zu sein. Es gab keine Finals, darum war der erste Start auch mein einziger über diese Strecke.

In 1:49,35 blieb ich, ehrlich gesagt, etwas über meinen Erwartungen, aber es war ein gutes Rennen. Ich hatte auf der taktischen Seite etwas herumexperimentiert und habe dabei die dritten 50 Meter zu langsam gemacht. Aber dieses Rennen hat mich auf jeden Fall weitergebracht, und ich werde in Zukunft von den Erfahrungen sicherlich auch profitieren. Außerdem ist es schön zu sehen, dass ich dieses Jahr viermal 200 Kraul auf der langen Bahn geschwommen und dabei immer deutlich unter der 1:50,00-Marke geblieben bin. Das sagt mir, dass ich auf einem neuen Level angekommen bin, und ich kann es kaum erwarten, im nächsten Jahr noch weiter zu kommen.

Die 100 Kraul liefen leider etwas ärgerlich ab. Dort gab es Vor- und Endläufe. Im Vorlauf bin ich eine 49,88 geschwommen und hatte mich auch recht gut im Wasser gefühlt. Leider wurde ich aufgrund eines Frühstarts disqualifiziert. Diese Disqualifikation finde ich ungerecht, denn ich habe davon ehrlich nichts gemerkt (ich hätte natürlich kein Problem, so etwas zu zugeben, wenn ich es denn selbst gemerkt hätte, und so was merkt man eigentlich immer). Meine elektronische Reaktionszeit betrug 0,66 Sekunden, was eigentlich im Normalbereich ist. Auch auf dem Video vom Start war eindeutig kein Fehlstart zu erkennen. Ich erkläre mir das so, dass viele Jüngere neben mir gestartet sind und ich schneller aus dem Startblock gesprungen bin als die. Neben ihnen müsste es dann für den Schiedsrichter wie ein Frühstart ausgesehen haben. Na ja, ich finde das zwar schade, da ich bestimmt im Finale an meine Bestzeit hätte heranschwimmen können, aber man kann es jetzt auch nicht mehr ändern.

Im Großen und Ganzen bin ich trotzdem froh, dass ich mich entschlossen hatte, für diesen Wettkampf noch zu trainieren. Denn offensichtlich habe ich die Zeit nach den Deutschen Meisterschaften noch sinnvoll genutzt.

Jetzt werde ich am Montag für drei Wochen in Urlaub gehen. Diese drei Wochen sind die einzige Zeit im Jahr, in der ich überhaupt nicht schwimme und mir ein bisschen Abstand zu der ganzen Sportart gönne. Ich betätige mich weiterhin sportlich, da es mir Spaß macht. Ich spiele gerne Beachvolleyball, gehe Wakeboarden, spiele Frisbee, gehe ab und zu laufen oder mache einfach ein bisschen Krafttraining. Ich freue mich schon auf diese Zeit und hoffe, dass das Wetter mitspielt. Ich werde nicht ins Ausland fahren, denn wenn ich in LA bin, dann vermisse ich Deutschland mit all seinen Vorzügen.

Ich wollte mich noch herzlich beim SV Würzburg 05, seinen Sportlern und vor allem Trainer Stefan Lurz bedanken. Ich durfte dort drei Wochen lang wohnen, trainieren und eine lustige Zeit verbringen. Vielen Dank dafür!

Ich werde mich auch in meinem Urlaub weiterhin bei euch melden und euch auf dem Laufendem halten.

Ich wünsche eine tolle Sommerzeit

Euer Dima



video

Der angebliche Frühstart. Bildet euch eure Meinung!

Montag, 4. Juli 2011

Ärgerlicher Promibonus

Eine Woche Training ist wieder rum, und es war eine schöne Woche. Am Montag fing das Weinfest im Garten der Würzburger Residenz an, und das konnte ich mir nicht entgehen lasse. Die Würzburger Residenz ist ein wunderschönes Schloss inklusive beeindruckendem Garten. Das sehr gut besuchte Fest belebt das sonst eher stille UNESCO-Weltkulturerbe und haucht ihm etwas Leben ein.

Aber das Topereignis, das übrigens auch an der Residenz stattfand, war der Empfang des diesjährigen NBA-Champions Dirk Nowitzki. Der gebürtige Würzburger wurde von rund 12.000 Leuten gefeiert und bestaunt. Die Performance von Cascada gehörte zum Rahmenprogramm und brachte richtig Stimmung. Schön zu sehen, dass ein Superstar wie Dirk immer wieder gerne nach Hause kommt und nie vergessen hat, wo er herkommt.

Das Training lief sehr gut. Ich konnte ein paar schnelle Zeiten schwimmen, aber eigentlich befinde ich mich schon wieder im Tapermodus, da der Wettkampf in Luxemburg schon in sechs Tagen anfängt. Es wird mein letzter Wettkampf in dieser Saison sein, und natürlich würde ich mich freuen, wenn ich noch eine gute Leistung abliefern könnte.

Leider hat mich und die Schwimmwelt am Freitag eine traurige Nachricht erreicht. Vier Brasilianer, unter anderem auch der Weltrekordhalter Cesar Cielo, wurden bei einer Dopingkontrolle positiv getestet. Aber das Traurigste an der Geschichte ist, wie ich finde, dass der brasilianische Verband seine Medaillenhoffnungen nicht sperren, sondern es aufgrund von unsinnigen und nicht akzeptablen Gründen bei einer Verwarnung belassen will. So etwas regt mich besonders auf, denn ich empfinde es als sehr unfair, wenn einige Sportler aufgrund desselben Vergehens gesperrt werden und andere, die vielleicht einen Promibonus haben oder die einfach zu wertvoll für das jeweilige Land sind, einfach so davonkommen und bei den Weltmeisterschaften starten dürfen. Ich will gar nicht wissen, wie sich ihre Konkurrenten, auf die sie bei der WM treffen werden, fühlen.

Jetzt aber mal zu einer meiner Lieblingssportarten: dem Boxen. Am späten Samstagabend hat Wladimir Klitschko seinen Familientraum erfüllt und die Kollektion aller vier Gürtel der verschiedenen Weltverbände vervollständigt. In einem guten Kampf mit eher wenigen super spannenden Momenten hat Wladimir letztendlich nach Punkten gewonnen und das „Großmaul“ von David Haye gestopft. Ich habe mir den Kampf gemütlich im Rahmen einer Pokerrunde mit meinen Freunden angeguckt und viel Spaß dabei gehabt.

Der Sonntag begann mit eher grauem Wetter, aber später wurde es zum Glück sonniger. Den Tag habe ich dann im Freibad beim Beachvolleyball verbracht. Aber jetzt im Nachhinein merke ich, dass ich doch bisschen erschöpft bin. Ab jetzt wird noch mehr getapert, und die einzige sportliche Aktivität am Tag bleibt die eine Stunde Wassertraining.

Ich freue mich auf den Wettkampf in Luxemburg und werde euch auf dem laufenden halten.

Einen schönen Tag wünscht euch

Euer Dima