Montag, 10. Oktober 2011

Shoppen macht glücklich

Hallo Freunde,

ich hoffe, dass eure Woche genau so wunderbar war wie meine – denn meine war ein Traum.

Nachdem ich meinen Freund Olli am Montag vom Flughafen abgeholt habe, begann mein Alltag spaßiger zu werden. Es ist einfach klasse, wenn mich ein guter Freund aus Deutschland in den USA besucht, weil er ein kleines Stückchen „zu Hause“ mitbringt.

Während ich im Training oder in der Uni war, hat Olli trainiert, die riesigen Supermärkte oder den Campus auf eigene Faust erkundet. Er ist total begeistert von der Auswahl im Supermarkt, dem Wetter und den vielen Kleinigkeiten, die man im Alltag immer wieder neu entdeckt und die sich von Deutschland unterscheiden. Wenn er von seinen Eindrücken erzählt, erinnert er mich ein bisschen an mich selbst in meinen ersten Wochen hier.

Der Coach hat dem gesamten Team ein langes Wochenende geschenkt. Das bedeutete, dass wir nach dem Krafttraining am Freitagmorgen frei hatten. Eine Menge Zeit, um LA zu erkunden. Ein Freund hatte mir über das Wochenende sein Auto geliehen, sodass wir überall hinfahren konnten und nicht abhängig waren.

Als erstes sind wir nach Venice Beach gefahren. Da ich dort auch noch nie war, dachte ich mir, dass es auch für mich interessant werden könnte. In der Tat war es sehr spannend für uns beide, denn ich glaube, so etwas hatten wir noch nie erlebt. Man könnte sehr viele Adjektive benutzen, um die Promenade von Venice Beach zu beschreiben, aber da manche hier nicht passend wären, benutze ich einfach die Wörter „unvergleichlich“, „einzigartig“ und „zeitlos“. Dort, wo das Skateboarden erfunden wurde, gibt es sehr viele seltsame Gestalten, aber alle sind friedlich und haben einfach eine schöne Zeit am Strand.

Am Abend haben wir noch ein bisschen auf der Dachlounge in Downtown verbracht und sind später nach Hollywood gefahren. Ich bin froh, dass Olli gerade jetzt gekommen ist, weil ich dadurch auch endlich mal aus meiner Bude rauskomme und wieder mal ein paar andere Reize setze als Studium und Training.

Samstags habe einen kleinen Regenerationstag eingelegt, da ich etwas müde vom Freitag war und auch einiges lernen musste. Idealerweise sind Freunde von mir zum Strand gefahren, sodass Olli sich anschließen konnte und nicht wegen mir den Tag zu Hause verbringen musste. Abends waren wir dann wieder in Hollywood und haben noch ein wenig das Nachtleben mit anderen Schwimmern genossen.

Sonntags sind wir nach Santa Monica zur 3rd Street Promenade (eine große Einkaufsmeile) gefahren, wo jeder Modeliebhaber auf seinen Geschmack kommt. Auch ich habe mir ein paar neue Sachen gekauft und bin recht glücklich mit den Einkäufen. Ich hoffe, ich höre mich jetzt nicht an wie eine Frau, aber shoppen macht schon Spaß und setzt bei mir irgendwelche Glückhormone frei J.

Jetzt sind wir beide geschafft von den vielen Erlebnissen und gehen ziemlich früh schlafen, um die Woche wieder in aller Frische zu starten.

Sonnige Grüße aus Kalifornien

Euer Dima



Dienstag, 4. Oktober 2011

Gechilltes Wochenende

Hallo Schwimmfans,

es ist Sonntag und ich chille gerade mit meinen Mitbewohnern beim Bruder von einem von denen in Santa Monica. Wir haben einfach spontan entschieden dort den Sonntag zu verbringen da wir dort all unsere Wäsche waschen können (umsonst J), es dort einen Pool gibt und eine tolle Couch zum abhängen. Wir machen nebenbei bisschen Hausaufgaben und was jeder so machen muss aber die Atmosphäre ist recht relaxed.

Gestern habe ich mehr oder weniger den ganzen Tag mit Mads Glaisner, einem Langstreckenschwimmer aus Dänemark, verbracht. Er wohnt im Haus von Ous Mellouli, deswegen bin ich nach Hollywood gefahren und wir haben das neue Fifa 2012 gespielt. Super Spiel, hat mir sehr gut gefallen und ich werde es mir bestimmt auch kaufen.

Vom schwimmen her lief es am Anfang der Woche nicht so gut für mich. Irgendwie hatte ich Probleme die Serien ordentlich zu beenden, weil ich noch erschöpft von der Vorwoche war. Aber zum Schluss der Woche ging es dann immer besser und ich konnte die Woche mit einer soliden Einheit am Samstag abschließen.

Ich arbeite jetzt viel an meinen Unterwasserkicks, da ich mich in der letzten Saison geärgert habe, dass ich sie nicht so gut beherrsche. Wenn man die Unterwasserkicks effektiv einsetzen kann, dann verhelfen sie einem nach Start und Wende noch schneller auf hohe Geschwindigkeit zu kommen. Es ist ziemlich anstrengend und obwohl es mich am Anfang im Training langsamer macht, werde ich davon langfristig profitieren und meine Rennen noch schneller schwimmen können.

Im Krafttraining haben wir eine Art Übergangswoche gehabt, wo es nicht darauf ankam viel Gewicht zu stemmen sonder gute Technik zu trainieren. Richtige Technik verhindert Verletzungen und ermöglicht es später mit mehr Gewicht zu arbeiten.

Ab morgen geht es wieder härter zu und ich stelle mich schon einmal auf Muskelkater ein.

In dieser Woche musste ich viele Aufsätze abgeben deswegen war ich in der ersten Hälfte sehr beschäftigt. Danach hatte ich wieder mehr Zeit und war nicht mehr so angespannt wie davor.

Morgen landet mein guter Freund Marc-Oliver Stein. Er besucht mich für zwei Wochen und wird hier auch bisschen trainieren. Sein Besuch ist ein guter Zeitpunkt, vor allem weil nächstes Wochenende auch ein „verlängertes“ Wochenende ist. Wir werden kein Training am Freitag Nachmittag und Samstag Morgen haben, was bedeutet, dass ich am Freitag nach dem Krafttraining um 7:30 Uhr bis Montag 6:00 Uhr frei habe.

Uns wird sicher was schönes für diese drei Tage einfallen und ich werde Olli ein bisschen herumführen. Außerdem komme ich selber ein bisschen raus und werde mich an Los Angeles wieder ein bisschen mehr erfreuen können.

Im nächsten Post werde ich euch dann wissen lassen, wie wir das lange Wochenende verbracht haben und was es neues gibt.

Liebe Grüße

Dima

Montag, 26. September 2011

Ein Abschuss zum Abschluss

Hallo liebe Leser,

hier bin ich wieder mit einem kleinen Einblick in mein Studentenleben in Los Angeles.

Irgendwie gibt es von meiner Seite aus nicht viel zu erzählen, da ich im Augenblick nicht sehr viel unternehme. Die Uni und das intensive Training verlangen mir alles ab, sodass ich gar nicht die Zeit habe, etwas anderes zu machen. Und wenn es mal vorkommt, dass ich mir ein bisschen Zeit freischaufeln kann, dann nutze ich meistens die eine Stunde für ein kleines Nickerchen.

Seit Semesterbeginn habe ich sonntags mein Zimmer kaum verlassen, da ich an diesem Tag immer entweder lernen oder irgendwelche Aufsätze schreiben muss. Die Aufsätze nehmen die meiste Zeit in Anspruch. Ich wünschte, dass ich sie einfach auf Deutsch schreiben könnte. Es würde mich bestimmt nur ein Fünftel der Zeit kosten, und sie wären auch qualitativ viel besser.

Na ja, ich möchte mich hier aber nicht nur bei euch über mein zurzeit anstrengendes Leben ausheulen, sondern euch berichten was es Neues gibt.

Ich habe recht viel Spaß im Training. Vor allem das Krafttraining macht ziemlich viel Spaß, weil wir mit schweren Gewichten gearbeitet haben und man danach merkt, dass man wieder einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Und da mir, wie ihr sicher wisst, Krafttraining sowieso schon recht viel Spaß macht, verlasse ich den Kraftraum immer mit einem Lächeln.

Die Trainer haben mir zum ersten Mal an diesem Wochenende einen „Rekruten“ zugeteilt. Wir hatten schon wieder ein paar junge Schwimmer zu Besuch, und einer von ihnen schlief bei mir, und ich musste mich bisschen um ihn kümmern. Ich hoffe, ich konnte ihm einen guten Einblick in die USC verschaffen, und er kommt zu uns.

Freitagabend sind wir nach einem gemeinsamen Abendessen mit dem Team zum Strand gefahren. Bei einem gemütlichen Lagerfeuer konnten wir die Rekruten etwas in unser Team integrieren und sie ein wenig besser kennenlernen.

Der Samstag sollte ein sehr anstrengender Tag werden: Er begann wie üblich mit dem Training um 7.30 Uhr. Doch ungewöhnlicherweise endete er nicht um 9.30 Uhr, sondern um 10 Uhr. Dave hatte uns eine Serie hingeknallt, die gesessen hat. Völlig erschöpft ging es ohne Verschnaufpause direkt zum Paintball. Da ich das noch nie in meinem Leben gemacht habe, war ich ziemlich gespannt. Ich wurde in der ersten Runde schnell abgeschossen und musste dann warten, bis die nächste Runde losging. Für alle, die noch nie Paintball gespielt haben: Es gibt zwei Gruppen, und die spielen wie in einem Computerspiel gegeneinander. Ziel ist es, den gegnerischen Spieler anzuschießen, dann gilt er nämlich als tot und muss das Spielfeld verlassen. Selbst das Spielfeld erinnert mich an Computerspiele. Ausgebrannte Busse, eingefallene Mauern, Reifenstapel, Container und so weiter stehen herum und bieten Deckungsmöglichkeiten.

Nach einigen Runden hatte ich auch Blut geleckt und kam richtig auf Touren. Wenn man den Dreh raus hat, fängt das ganze taktische Kriegsspiel an, richtig Spaß zu machen.

Insbesondere die Aufregung und das Adrenalin machen süchtig und haben mich meine Müdigkeit vom Training komplett vergessen lassen. Wenn man einen Schuss abbekommt, dann tut das ziemlich weh und hinterlässt auch blaue Flecken, aber das würde ich gerne wieder in Kauf nehmen. Am Abend war ich so geschafft, dass ich einfach eingepennt bin. Ein schöner Abschluss einer guten Woche.

Bis zum nächsten Mal

Euer Dima