Montag, 31. Januar 2011

Endlich erwachsen!


Wie anscheinend viele von euch wissen, hatte ich Geburtstag am Samstag, 29 Januar. Ich wollte mich hier bei allen bedanken, die mir so lieb gratuliert haben. Wenn ich jedem einzelnen zurückgeschrieben hätte, säße ich wohl nächste Woche noch daran J. Ich habe mich wirklich über die sehr vielen Gratulationen gefreut und habe auch jede einzelne gelesen.

Ich hatte einen tollen Abend beim Essen mit meinen Freunden. Übrigens bin ich jetzt 21 Jahre alt. Was in Deutschland nicht so viel bedeutet, öffnet mir in den USA alle Türen und macht mich zu einem Erwachsenen.

Desweiteren haben wir zwei neue Mitbewohner in unserem Appartement. Meine Mitbewohner haben sich zwei Schlangen gekauft, die jetzt im Terrarium bei uns hausen. Es sind kleine „Cornsnakes“, aber sie werden noch größer mit der Zeit. Zum Glück habe ich keine Angst vor denen oder sonst irgendwas.

In meinem Entertainment-Kurs am Montag hatten wir einen coolen Guestspeeker: Pauley Perrette, den Star aus der TV-Serie NCIS. Vielleicht kennt sie der ein oder andere. Ich kannte sie vom Sehen, aber die Show habe ich mir noch nie angeguckt. Ich bin gespannt, wen meine Professorin noch so alles einlädt und wrer dann auch tatsächlich kommt: schließlich müssen die Stars ja schon viel Zeit aufbringen, ohne dafür bezahlt zu werden.

Das Schwimmen wird jetzt langsam ernst. Nächstes Wochenende haben wir zwei Duel-Meets gegen Berkeley und Stanford. Beide Städte befinden sich in Kalifornien, sodass wir nur eine Stunde fliegen müssen und dann von der einen in die andere Stadt mit dem Bus rüberfahren werden. Beide Colleges sind sehr stark; es wird eine große Herausforderung für uns. In Berkeley beispielsweise schwimmt Nathan Adrian (Goldmedaillengewinner in Peking mit der 4x100-Kraul-Staffel). Aber es sind nicht nur die guten Individualisten, die eine Rolle bei solchen Meets spielen, sondern jeder einzelne Schwimmer kann den Unterschied ausmachen. Das ist so wie bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften.

Einen Monat später haben wir die Pac10. Das sind alles Unis, die im „Bezirk“ Pac eingeteilt sind. Die Pac10 haben das beste Niveau, weil die besten Schwimm-Unis an der Westküste sind.

Alle Leute, die noch keine Normzeit für die NCAA Ende März haben, werden sich gezielt auf die Pac10 vorbereiten. Der Plan ist, dass sich noch so viele wie möglich für die NCAA qualifizieren und unsere Mannschaft damit stärken können. Denn jeder Mann mehr wird Punkte bringen.

Nach den NCAA wird umgestellt. Die Collegeseason ist dann vorbei, viele fahren nach Hause und trainieren dort. Ich werde hierbleiben und mich mit den Profis auf die Deutschen Meisterschaften vorbereiten.

Das war ein kleiner Saisonüberblick. Es wird jetzt alles sehr schnell gehen, deswegen muss man gesundbleiben und jede Trainingseinheit nutzen. Außerdem versuche ich jetzt gute Noten zu schreiben, damit ich dann, wenn ich viel reise, nicht einen zu großen Nachteil habe.

Liebe Grüße aus Los Angeles


Dima

Leider keine gute Quali


Montag, 24. Januar 2011

Zuckerbrot und Peitsche


Liebes Tagebuch,

die letzte Woche ist echt super für mich verlaufen. Unitechnisch war es schon fast wie in den Ferien. Aufgrund des Feiertags am Montag ist mein anstrengendster Tag gleich einmal weggefallen (fast unsere gesamtes Team hat den Tag am Strand von Malibu verbracht). Da Dienstag und Donnerstag für mich unterrichtsfrei sind, war ich, was das Studium angeht, nicht sehr beschäftigt.

Dafür hatte ich das Gefühl, dass alles früher oder später zurückkommt – diesmal war das Training sehr anstrengend. Ich trainiere jetzt immer morgens und nachmittags mit Ous Mellouli, und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass man immer im sechsten Gang schwimmen muss, um mit einem Olympiasieger mitzuhalten beziehungsweise nicht zu weit abzufallen. Ich hatte das Gefühl, dass mein Trainer einsah, dass er uns fast die gesamte Woche ziemlich gescheucht hat, deswegen gab es auch zwei Einheiten, in denen lediglich ein paar Sprints mit Start, ein paar Staffelwechsel geübt und sogar auch mal Wasserball gespielt wurde. Ganz nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche.

Im letzten Training der Woche wurde dann selbstverständlich noch einmal geballert, aber ich bin sehr zufrieden mit der Woche. So könnte es weitergehen.

Am Mittwoch habe ich von einem meiner Mitbewohner mein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk bekommen. Er hat mich zu meinem ersten NBA-Spiel ins Los Angeles Staples Center Downtown genommen. Los Angeles Clippers (bei denen übrigens der Deutsche Chris Kaman spielt) gegen die Minnesota Timberwolves. Die Clippers haben gewonnen, wobei Blake Griffin den Dunk des Abends gemacht hat. Ein echt cooles Erlebnis. Mein nächstes Spiel werden aber bestimmt die Lakers sein J.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man das Sprichwort „Glück im Unglück“ auch andersherum verwenden kann. Als ich die Einladung von der Deutschen Sporthilfe zum „Ball des Sports 2011“ diese Woche in meinem Postfach gelesen habe, dachte ich mir zuerst: „Oh wie geil, dass ich schon wieder zu diesem Event eingeladen werde.“ Eine Sekunde später habe ich realisiert, dass ich zu diesem Ball im Februar leider nicht gehen kann und absagen muss.

Schon 2009 war ich zum Ball des Sports eingeladen. Das war wirklich ein unvergesslicher Abend und eine super Erfahrung. Es hat schon was Besonderes, wenn alle Deutschen Sportstars sich zusammenfinden und man unter ihnen sein kann.

Ich wünsche euch noch einen erholsamen Abend,

bis zum nächsten Montag

Dima

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Chase Bloch und Ich beim NBA Spiel im Staples Center

Montag, 17. Januar 2011

Keine Uni dank Martin Luther King


Hi,

ich bin gestern Vormittag von Dallas, Texas, wieder in LA angekommen und war echt froh, dass ich noch den ganzen Tag vor mir hatte. Aber lassen wir mal die Woche von Anfang an durchlaufen.

Wie schon vorige Woche angekündigt, hat die Uni am Montag wieder angefangen. Mein zweites Semester ist gleichzeitig mein letztes als Freshman. Ich bin mit meinem Stundenplan sehr zufrieden (ich konnte ihn mir auch mehr oder weniger selbst gestalten). Der Montag ist mit Abstand mein längster Uni-Tag; meine letzte Vorlesung endet um 21.50 Uhr.

Auf diesen Tag folgt dann erstmal Erholung ohne Uni und „nur“ mit zweimal Training. Mittwoch ist dann wieder etwas mehr Beschäftigung angesagt: zirka drei Stunden Uni, aber dafür kein Nachmittagstraining. Donnerstag nur anderthalb Stunden Uni. Und Freitag sind es dann wieder um die zwei Stunden. Also, ich bin wirklich zufrieden.

Meine Kurse sind: Entertainment, Business and Media in Today’s Society, Writing 120 (nächstes Semester folgt dann noch Writing 140 und dann bin ich damit auch fertig), Amerikanische und Kalifornische Geschichte sowie Climate Change.

Am Wochenende hatte die SMU Dallas zu einem Swim-Meet eingeladen. Es war ein echt cooler Wettkampf, denn er war anders als die anderen. Es werden sechs Teams eingeladen. Jedes Team darf nur acht Schwimmer und einen Turmspringer mitnehmen, wobei jeder Schwimmer nur dreimal pro Abschnitt schwimmen darf. Und das Schwimmbad hat nur sechs Bahnen.

Geschwommen wurde am Freitag und Samstag von 19.30 bis 21.00 Uhr. Nach jedem Rennen folgten fünf Minuten Pause, damit die Schwimmer sich etwas locker schwimmen konnten. Jedes Team musste zwei Athleten pro Rennen stellen, da es A- und B-Läufe gab.

Wir haben uns sehr wacker geschlagen und teuer verkauft. Wir wurden zwar nur Dritter mit 300 Punkten (der Sieger hatte 318 Punkte, der Zweite 302), doch wir brauchten uns damit keinesfalls verstecken, da die vorderen Teams alle einen Jammer getragen haben und wir nur in Badehosen angetreten sind. Den einzigen Konkurrenten, der auch in Badehosen angetreten ist, haben wir klar dominiert.

Mir hat die Atmosphäre im Team sehr gefallen, da jeder an den Start gegangen ist und den Willen hatte zu siegen, auch wenn er einen Nachteil hatte. Dass es dann am Ende nicht ganz gereicht hat war zwar schade, aber, wie schon gesagt, wir haben uns als Team Respekt und Anerkennung erarbeitet.

Ich persönlich konnte auch ein recht gutes Ergebnis für mich über 200 Kraul erzielen. Mit den anderen Rennen war ich weniger zufrieden, aber ich bin froh, das der Coach mmich mitgenommen hat, und ich ziehe aus jedem Rennen meine Schlüsse.

Morgen ist der Feiertag von Martin Luther King Jr., was bedeutet, dass wir keine Uni haben und „nur“ einmal Wassertraining und einmal Krafttraining.

Wahrscheinlich werde ich meinen Tag wieder am Strand in Malibu verbringen (so wie heuteJ).

Ich wünsche euch eine wunderbare Woche.

Dima

P.S.: Fast hätte ich es noch vergessen. Thomas Rupprath ist im Dschungelcamp bei RTL. Leider konnte ich mir noch keine Videos oder ähnliches angucken, aber ich hoffe, dass ich noch lustige Videos von ihm finde.

Apropos lustige Videos, ich habe letztens eines entdeckt... klicke hier

von links: David Salo, Chase Block, Ich, Jack Wagner, Vladimir Morozov, Clement Lefert, Dilon Conoly, Alex Landrum, Steven Star, Patrick White